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50 Jahre SC Fortuna Bonn – Teil 33 (Teil 1)

Die Saison 2001/2002

Für die Saison 2001/2002 müssen wir zunächst die Erwähnung von zwei ganz wichtigen Neuverpflichtungen nachholen. Schon zur Winterpause 2000/2001 fanden STEFAN KIRCH und MATTHIAS DAMASCHEK vom SV Buschdorf den Weg ins Wasserland. Beide hatten maßgeblichen Anteil am Erfolg der Fortuna in den kommenden Jahren. Vor allem Damaschek sollte in seiner Wasserland-Zeit 205 Spiele und 71 Tore für die Fortuna schießen, bis er dann nach Endenich wechselte und dort tatsächlich auch immer noch in der Reservemannschaft in der Kreisliga A zum Einsatz kommt. Großer Nutznießer dieser beiden Transfers waren übrigens auch die Kessenicher Kneipen und die Mannschaftskasse. Vor allem in der Markusschänke wurden die traditionellen Schock-Abende länger und auch in der Kabine wurde von nun an nach dem Training bis morgens früh „31“ gespielt.

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Aber auch zum Start der Spielzeit 2001/2002 sollten heutige Fortuna-Legenden ihre Wasserland-Premiere feiern. So wechselte STEFAN PIECHOTTA, der zuvor auch u.a. für die Amateure von Hertha BSC Berlin gespielt hatte, vom BSV Roleber zur Fortuna. Piechotta sollte es tatsächlich gelingen Trainer UWE KÜRTEN im Sturm abzulösen. Zwar hing Kürten mit 37 Jahren selbstverständlich immer noch nicht seine Schuhe an den Nagel, „Kurzeinsätze“ im Sturm oder Aufstellungen von Beginn an als Libero waren immer noch an der Tagesordnung und zum Teil auch dringend benötigt, aber in „Piecho“ fand Kürten in der Folge mit seinen 112 Einsätzen und 62 Toren einen würdigen Nachfolger. Weiterhin verschlug es die lebende Legende ARNE KETELHODT im Jahr 2001 zur Fortuna. Arne ist mit seinen über 40 Jahren bis heute Teil der Ersten Mannschaft und uneingeschränkter Publikumsliebling im Wasserland. Über seine Verdienste für die Fortuna ließe sich ein eigener Bericht schreiben. Derzeit ist er u.a. auch Jugendtrainer bei der Fortuna und versucht immer noch mit Einsätzen für die Erste in der Historien-Einsatz-Statistik von HERMANN KALTMEYER Boden gut zu machen. Derzeit liegt er mit 398 Spielen für die Fortuna auf Platz 9 und konnte schon Fortuna-Legenden wie WIEBELHAUS (351), GIERLICH (348) oder MIEBACH (321) hinter sich lassen.

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Neuzugang Stefan Piechotta im Einsatz.

 

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Selbstverständlich gab es in dieser Spielzeit mit ALI KADIRI und KAYA REINECKE auch wieder Neuzugänge aus der eigenen Jugend. Weiterhin stießen noch MARIO „ICH FRESSE DICH AUF“ SCHMIDT und THORSTEN QUIEL, der ebenfalls eine sehr lange Zeit in allen Fortuna-Mannschaften verbringen sollte und sich in der Zweiten zum Top-Scorer entwickeln sollte, zum Kader der Ersten.

Sehr gut verstärkt ging man nun mit dem Ziel in die Saison, den achten Tabellenplatz aus dem Vorjahr noch einmal zu verbessern. Und die Meisterschaftsrunde sollte richtig gut anlaufen. Der schon erwähnte Piechotta sollte sich als wahrer Glücksgriff für die Fortuna entwickeln. In seinen ersten zehn Spielen erzielte er sofort 6 Tore und beflügelte zudem noch seinen jungen Sturmpartner FLORIAN CORNIDES, der nach 15 Spielen auf 11 Tore kam. Man spielte bärenstark in der Hinrunde und die Dezember-Ausgabe des Anstosses titelte sogar „Fortuna in akuter Aufstiegsgefahr“. Nach einem 5:0-Sieg gegen einen der damaligen Titelaspiranten, den FC Rheinbach, sprang die Fortuna selber auf die Spitzenposition der Tabelle. Nun kam auch der damalige Kassierer JÖRG KRÜMMEL mit Blick auf die Finanzen ins Schwimmen und ließ sich zu einem „DIE SIN DOCH BEKLOPPT!“-Ausspruch am Telefon hinreißen. Der euphorisierte BODO ULRICH, der im Laufe der Saison das Abteilungsleiteramt kommissarisch von TEDDY MIEBACH übernehmen sollte, versprach der Mannschaft eine Abschlusstour nach Hawaii, sollte man mit dem Aufstieg das Unmögliche möglich machen. Der auf allen Bonner Sportplätzen gefürchtete Ohrwurm „HAWAII – HAWAII – WIR FLIEGEN NACH HAWAII“ war geboren.

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Bis zur Winterpause wechselten sich unfassbar erfolgreiche wie auch ebenso enttäuschende Meisterschaftsspiele regelmäßig ab. Nach einem kleinen Bruch stand man dann mit 28 Punkten auf Platz 5 in der Tabelle, aber in noch absoluter Reichweite zur Tabellenspitze. Um weiterhin oben dran zu bleiben, schlug man noch einmal auf dem Transfermarkt zu. Mit LARS MORTSIEFER, FIKRET YILMAZ und RAIMOND OELLIG kamen neue Spieler zur Fortuna, die sich sofort als absolute Verstärkungen herauskristallisieren sollten.

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Gut gerüstet kehrte die Fortuna aus dem Trainingslager im warmen, sonnigen Süden Spaniens zurück, um noch einmal ganz oben anzugreifen. Hawaii lockte ungemein. Die ersten drei Spiele, darunter ein 2:0-Sieg gegen den Aufstiegsfavoriten aus Oberkassel, wurden auch sofort gewonnen. Im vierten Spiel nach der Winterpause kam es dann zu einer wahren Standortbestimmung. Gegner war der souveräne Tabellenführer TuS Pützchen. Die Fortuna war mittlerweile regelmäßig in den Schlagzeilen von General-Anzeiger, Bonner Rundschau und auch dem Express. Leider konnte das Team im Spiel gegen Pützchen nicht die erforderliche Leistung abrufen, um einen weiteren Erfolg einzufahren. Am Ende verlor man mit 0:3 und es blieb nur noch der Hoffnungsschimmer Platz 2, der für die Qualifikation zur Bezirksliga reichen würde, übrig.

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Durch starke Leistungen in den folgenden Partien konnte man tatsächlich dann auch auf den zweiten Tabellenplatz springen. Der ärgste Konkurrent, der SV Vorgebirge, hatte allerdings noch zwei Nachholspiele, die sie auch beide gewinnen konnten. Es kam zum Showdown in den letzten beiden Partien. Zwei Siege in diesen beiden Partien, ein besseres Torverhältnis vorausgesetzt, und man wäre für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt gewesen. Da es dann aber bereits in Endenich eine unglückliche 3:4-Niederlage setzte, war das letzte Spiel gegen den SV Vorgebirge bedeutungslos und man blieb in der Kreisliga A. Trotzdem konnte die Erste auf diese tolle Saison mit den beiden überragenden Top-Stürmern Stefan Piechotta (29 Spiele, 23 Tore) und Florian Cornides (28 Spiele, 20 Tore) mächtig stolz sein. Bei einer Grillparty zum WM-Auftakt gegen Saudi-Arabien im Garten von WERNER KROLL und HERMANN KALTMEYER schwor man sich auf die neue Saison und das gleichbleibende Ziel „HAWAII“ ein.

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Auch die Zweite Mannschaft der Fortuna, die weiterhin von JOCHEN ACHNITZ trainiert wurde und in der HENNING „ICH WILL EINE EHRENNADEL FÜR JOCHEN“ ARP mehr und mehr die Führungsrolle übernahm, spielte ebenfalls eine tolle Saison. Von Beginn an spielte man um den Aufstieg in die Kreisliga B mit. Zur Winterpause stand man mit 25 Punkten auf Platz vier in der Tabelle. Nach der Winterpause sollte man so erfolgreich werden, dass die April-Ausgabe des Anstosses von einem Jochen Achnitz schrieb, der durch seinen leicht beschwingten, fast schwebenden Gang durchs Wasserland die sportliche Situation der Zweiten beschrieb. Man stand auf Platz Zwei in der Tabelle und war bis zum letzten Spieltag dicht am Aufstieg in die Kreisliga B. Am Ende sollte es aber leider, wie schon im Vorjahr, nur für den dritten Tabellenplatz reichen. Wieder scheiterte man nur um einen Punkt.

Neben der Ersten und Zweiten wurde zur Spielzeit 2001/2002 auch wieder eine Dritte Mannschaft gemeldet. Der ehemalige Spieler der legendären Dritten, JUPP SIEBERTZ, kam auf die Idee, wieder eine Mannschaft zu melden. Mit einigen Ex-Fortunen aus der damaligen „SAHLER-VIERTEN“ und einigen neuen Gesichtern stand innerhalb kürzester Zeit ein Kader für eine neue Dritte zur Verfügung. Die Saison verlief dann schleppend. Zur Winterpause stand man in einer Kreisliga D, die nur aus 11 Mannschaften bestand, mit 11 Punkten auf Platz acht. Zum Ende der Saison erreichte man mit 20 Punkten den zehnten Platz.

Für das leibliche Wohl der Fortuna-Spieler und aller Fans wurde sich übrigens rührend gekümmert. PETER BOLEY baute den Kiosk (heutige Geschäftsstelle!) völlig um. Endlich konnten neben den Siedewürstchen auch richtige Bratwürstchen am Heimspielsonntag angeboten werden. Die damaligen weltbesten Kioskfrauen, allen voran BRIGITTE GÜßGEN und ROSWITHA BOLEY, aber auch RENATE BECKER und BRIGITTE KOEP, hatten nun schon am frühen Morgen (die Erste spielte immer schon um elf Uhr) zu den Klängen von AC-DC (DIRK NIGGEMANN machte es möglich) alle Hände voll zu tun. Die Erste Mannschaft wurde zudem jeden Donnerstag nach dem Abschlusstraining von KARIN und PAUL in der Markusschänke zum Essen eingeladen. Da donnerstags auch immer der Fortuna-Knobelclub vor Ort war, verlegten die zahlreichen Studenten im Team daraufhin ihre Seminare am Freitag auf frühestens 15.00 Uhr. Es gab allerdings auch einige, die aus der Schänke sofort zur Sporthochschule am nächsten Morgen gefahren sind bzw. fahren mussten.

Almeria war immer noch Ziel der Fortuna-Trainingslager im Winter. Zwar konnte man das Hotel vom Vorjahr nicht mehr besuchen, böse Zungen behaupteten, das Haus hätte nach der Fortuna-Anwesenheit Insolvenz anmelden müssen, aber das neue Etablissement lag sofort gegenüber vom berüchtigten „SCALA NO.1“, der Lieblingsdisco aller Fortunen. Der Weg zum Sportplatz war allerdings jetzt weiter entfernt und die morgendlichen Trainingseinheiten ließen aufgrund der Unpünktlichkeit einiger Spieler den Stand Mannschaftskasse in ungeahnte Höhe schnellen.

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Fortuna auch 2001 wieder im Trainingslager in Almeria.

Hintere Reihe von links nach rechts:
Oliver C. Daniels, Hermann Daniels, Frank Koep, Arne Leipertz, Luis Spitta, Benjamin Malik, Lutz Udally, Horst Koep, Wim Becker, Florian Cornides, Erick Gouriou, Gerd Rösberg

Vordere Reihe von links nach rechts:
xxx, xxx, Werner Kroll, Teddy Miebach, Michael Farivar, Dirk Niggemann, Simon Wiebelhaus, Stefan Laßlop, Thomas Kaltscheuer, Trainer Uwe Kürten

Liegend:
Reiseleiter Bodo Ulrich

 

Weihnachten feierten alle Senioren mittlerweile immer in den Kabinen. Dazu wurde der gesamte Heimtrakt komplett ausgeräumt und weihnachtlich geschmückt. Bis spät in die Nacht wurde gemeinsam gesungen und gefeiert. Auch der Weihnachtsmann (PAUL RÖSBERG) und HANS MUFF (PAUL DE NIJS) trugen regelmäßig zur festlichen Stimmung bei.