Bild (49)

50 Jahre SC Fortuna Bonn – Teil 17

Die Saison 1985/86

In der Sportwoche der Bonner Fortuna vor Beginn der Saison galt die größte Aufmerksamkeit Fortunas lang verdienten Spieler ALEXANDRE NDJENG BIYOUHA, von allen nur „Papa“ genannt. ALEX verließ nach 18 Jahren und 423 Spielen sowie 123 Toren für die Fortuna die damalige Bundeshauptstadt Bonn und kehrte in seine Heimat Kamerun zurück. Sein Abschiedsspiel fand in der Sportanlage Wasserland vor über 100 Zuschauern statt. Gegner war die in den 70er Jahren so erfolgreiche Elf des Bonner SC. Zum 4:3 steuerte Alex zwei Tore bei. Nach Spielschluss wurde er vom Vereinsvorsitzenden ERICH GOEBELS zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt (siehe erstes Bild). Dazu erhielt er auch die Goldene Vereinsnadel. Seine beiden Söhne DOMINIQUE NDJENG und MARCEL NDJENG sollten in den kommenden Jahren (ab 1988) das Fußballspielen bei der Fortuna erlernen. Dank der hervorragenden Fortuna-Ausbildung bis hin zur C-Jugend sollten sie beide jeweils Karrieren im Profifußball starten.

Dominique wechselte noch in der Jugend über den BSC zum 1. FC Köln und spielte anschließend für LR Ahlen, VFL Osnabrück (beides jeweils in der 2. Bundesliga), TuS Koblenz, Preußen Münster und Fortuna Köln.

Marcel wechselte ebenfalls in der Jugend für ein Jahr zum Bonner SC und von da aus dann zum 1. FC Köln. Profi-Luft schnupperte er erstmalig bei Fortuna Düsseldorf. Von da aus wechselte er in die zweite Bundesliga zum SC Paderborn. In dieser Saison sollte er alle Meisterschaftspartien bestreiten und dabei neun Tore schießen. Zur Saison 2006/07 wechselte Marcel in die Bundesliga zu Arminia Bielefeld. Da er dort unter Ernst Middendorp nicht zum Stammspieler heranwuchs, wechselte er wieder in die zweite Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach und seinem Ex-Trainer Jos Luhukay, unter dem er in mehreren Vereinen spielen sollte. Dort wurde er nach der Saison 2007/08 vom Kicker zum besten Zweitliga-Spieler der Saison gewählt. Er stieg mit Gladbach in die zweite Bundesliga auf und schoss ein unvergessenes Tor im DFB Pokal gegen den FC Bayern München. Danach spielte er noch für den Hamburger SV, den FC Augsburg und Hertha BSC Berlin. Zur Saison 2015/2016 kehrte er zum SC Paderborn zurück und wurde dank eines Traumtores in einem Freundschaftsspiel gegen die Bolton Wanderers von der Sportschau mit dem „Tor des Monats“ ausgezeichnet. Seine aktive Karriere beendete er 2018 in der dritten spanischen Liga bei Atletico Baleares. Während seiner gesamten Profikarriere hat er seine Bonner Fortuna nie vergessen. Über seine Mutter, die noch immer in Bonn wohnt, freute sich nicht nur das Vereinsheim über signierte Trikots (vom Dominik erhielten wir natürlich auch welche), sondern auch viele Fortuna-Kicker über Schuh- oder Trainingsanzugs-Spenden, die er selber nicht mehr gebrauchen konnte oder aufgrund von Vereinswechseln nicht mehr trug.

Zurück zur Saison 1985/86: In dieser wurde keine Vierte Mannschaft gemeldet. Die anderen drei Seniorenmannschaften starteten mit gedämpftem Optimismus in die Saison. Da es bei der Ersten ein Novum gab, kein einziger Spieler verließ den Verein, gehörte man zum Kreis der Mitfavoriten auf den Aufstieg in die Kreisliga A. Zwar war schon in der ersten Runde gegen die DJK BW Friesdorf mit 2:4 Schluss, aber in der Meisterschaft spielte man ganz oben mit. leider erreichte man am Ende mit 43:17 Punkten „nur“ einen zweiten Tabellenplatz, der nicht für den Aufstieg reichte.

Bei der Zweiten Mannschaft hatten 12 Spieler die Vereinsabmeldung verschickt. Trotzdem wurde an dem Ziel „ein sicherer Mittelfeldplatz“ festgehalten. Am Ende konnte dieses Ziel nur knapp erreicht werden. Mit 27:33 Punkten stand man in der Kreisliga C auf dem 10. Tabellenplatz.

Nach der starken Saison im vergangenen Jahr und dem abschließenden dritten Tabellenplatz ging die Dritte Mannschaft mit Aufstiegshoffnungen in die Saison. Leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Mit 39:17 Punkten reichte es am Ende nur für Tabellenplatz 5.

Die Ü40 der Fortuna wurde Stadt- und Kreismeister, schied dann aber leider im Qualifikationsspiel zur Mittelrhein-Meisterschaft gegen ein mit ehemaligen Profis bestücktes Bayer Leverkusen mit 1:5 aus. Unser Chef-Statistiker HERMANN KALTMEYER spielte damals sowohl bei der Stadt- als auch bei der Kreismeisterschaft mit. Gegen Leverkusen war aber auch er machtlos.

In der Jugendabteilung macht sich die tolle Arbeit bezahlt. Im Jahr 1985 erhält die Fortuna den SEPP-HERBERGER-PREIS. Damit werden alljährlich bis heute noch Vereine für ihre herausragende Jugendarbeit ausgezeichnet.