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50 Jahre SC Fortuna Bonn – Teil 42

Die Saison 2010/2011

Zur Spielzeit 2010/2011 konnte aus Personalmangel leider keine Fünfte Mannschaft mehr gemeldet werden. Somit gingen dann also vier Herren- und eine Damenmannschaft an den Start.

Bei der Ersten Mannschaft ging KARL LAMBERTZ mit seinem Co-Trainer THOMAS HUHN in seine zweite Amtszeit. In der vorherigen Saison hatte er die Erste Mannschaft am achten Spieltag mit nur einem Punkt auf einem Abstiegsplatz liegend übernommen. Dank vieler Einzelgespräche, viel Training und harter Arbeit gelang es ihm und der Mannschaft noch den drohenden Abstieg zu verhindern.

In dieser Saison sollte nun alles besser und ein sicherer Mittelfeldplatz anvisiert werden. Verzichten musste man bei der Fortuna allerdings auf BASTI LOHR, der zuvor in seinem ersten Seniorenjahr eine starke Saison gespielt hatte und es nun nochmal eine Liga höher in Friesdorf versuchen wollte. Außerdem verließen nach dem Abgang von MAX LUNGA auch mit MARCO WALBRÖHL und KLAUS HARTMANN die letzten Übriggebliebenen der Bornheim-Fraktion das Team. Neu im Wasserland war dafür SERHAT SEKER, der bis heute noch im Wasserland als Jugendtrainer anzutreffen ist, KRESSIMIR SOLA, der aus Friesdorf kam und schon seine annähernd gesamte Jugendzeit bei der Fortuna verbracht hatte, und TANJU CELIK, der es in seiner Fortuna-Laufbahn auf insgesamt 209 Spiele bringen sollte. Außerdem fand die lebende Fortuna-Legende JULIAN RIECK den Weg aus Neuss nach Bonn. Nicht nur sein kompromissloses Zweikampfverhalten sondern auch sein lautstarkes Organ war bei den Gegnern ebenso gefürchtet wie bei der Fortuna geliebt und verehrt. Neben HEINRICH OLDENBURGER vom ASV Sankt Augustin durfte das Trainerteam auch noch ERIK WALDSCHÜTZ aus der eigenen Jugend neu im Team begrüßen.

Die Saison begann mit der Vorbereitung verheißungsvoll. Eine Halbfinalteilnahme beim Turnier in Villip (1:3 gegen Godesberg), ein dritter Platz beim eigenen Turnier, das Erreichen der dritten Pokalrunde gegen zuvor starke Gegner sowie insgesamt 25 eingesetzte Spieler als Zeichen eines vor allem in der Breite gut aufgestellten Kader, ließ die Saisonerwartungen im Wasserland steigern. Aber es kam leider mal wieder ganz anders. Erst im vierten Spiel konnte die Fortuna das erste Tor erzielen und erst im neunten Spiel konnte der erste Sieg (1:0 gegen SF Troisdorf II) eingefahren werden. Nach dem ersten Sieg konnte man sich jedoch soweit steigern, dass man zur Winterpause mit 13 Punkten und 16:32 Toren auf dem 14. Platz liegend zumindest den Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt hatte.

Schon zu Beginn der Rückrunde verlängerte Trainer Karl Lambertz im festen Glauben an den Klassenerhalt seinen Vertrag bei der Fortuna um ein weiteres Jahr. Diese Tatsache gab der Ersten Mannschaft Aufwind und es wurde Punkt um Punkt gesammelt. Vor allem dank eines 5:1-Sieges gegen RW Merl und zweier anschließenden Siegen entfernte man sich so langsam aus dem Abstiegsstrudel. So jubelten dann am drittletzten Spieltag durch einen 5:0-Sieg gegen Brüser Berg alle über den erreichten Klassenerhalt. Danach folgte noch ein weiteres 5:0 gegen den SV Beuel und so landete man am Ende der Saison mit 39 Punkten und 57:59 Toren auf dem 11. Tabellenplatz.

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Bei der Zweiten Mannschaft ging das Trainergespann JOCHEN ACHNITZ und ERICK GOURIOU in ihre gefühlt 100. Saison bei der Fortuna. Für diese Spielzeit hatten sie sich fest vorgenommen, nicht wieder so eine Zitterpartie wie im letzten Jahr zu durchleben. In der vergangenen Spielzeit konnte der Klassenerhalt nämlich erst in letzter Sekunde am letzten Spieltag erreicht werden. Zum Gelingen diese Ziels standen allerdings nicht mehr LUKAS SAUER und NILS HALLER zur Verfügung, die in die Erste Mannschaft hochgezogen wurden. Während es zur Winterpause mit 14 Punkten und 27:43 Toren (12. Tabellenplatz) doch wieder nach einer ganz knappen Geschichte aussah, steigerte sich die Zweite in der Rückrunde jedoch zunehmend. Letzten Endes durfte man sich über einen zehnten Platz und damit den sicheren Klassenerhalt bei 35 Punkten und 60:69 Toren freuen.

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Fortunas Dritte Mannschaft ging mit einem neuen Trainerteam in die Spielzeit 2010/2011 und es sei jetzt schon einmal gesagt, dass es eine herausragende und unvergessene Saison werden sollte! DANIEL HAFNER hatte sich entschieden gänzlich auf den Trainerstuhl zu rücken. Nachdem er schon dem Trainerteam der A-Jugend angehörte, mit dieser in die Bezirksliga aufstieg sowie Kreispokalsieger wurde, und im vergangenen Jahr als Spielertrainer in der Fünften den Aufstieg erreichte, wollte er in dieser Spielzeit das große Potential in der Dritten Mannschaft voll ausschöpfen. Dabei verfolgte er ehrgeizige Ziele. Ein Platz unter den ersten Fünf in der Kreisliga C sollte es schon werden. Um das zu erreichen präsentierte er der seit vielen Jahren schon zusammenspielenden Truppe zum Saisonstart hochkarätige Neuverpflichtungen. Mit NICO HOFFMANN lotste er einen hochtalentierten Torwart von der A-Jugend aus Friesdorf ins Wasserland. Dieser spielt bis heute in der Dritten, wenn er nicht gerade die Knochen kaputt hat. Außerdem gelang es ihm, STEFAN LAßLOP aus Niederbachem zurück zur Fortuna zu holen und gleichzeitig seine zukünftige Frau davon zu überzeugen, doch wieder regelmäßiger gegen den Ball zu treten. Mit Mershad fiel ihm obendrein noch ein erstklassiger Mittelfeldspieler in den Schoss, der normalerweise in einer der höheren Fortuna-Teams hätte spielen müssen. DANIEL MALZAHN als neuer Co-Trainer rundete das perfekte Gesamtbild ab.

So hatte Hafner dann eine Mannschaft zusammen, die zu annähernd 80% schon in der Fortuna-Jugend gegen den Ball getreten hatte und in dieser Saison nicht nur die Gegner in der Kreisliga C1 verblüffen sollte. Die Saison startete jedoch nicht optimal, was aber auch damit zu tun hatte, dass man sofort gegen die hohen Topfavoriten der Liga ran musste. Während man am dritten Spieltag klar mit 0:3 gegen den SV Vorgebirge verlor, war die 3:4-Niederlage bei Merten 2 am zweiten Spieltag, freundlich gesagt, kurios. Nach 30 Minuten stand es damals 0:3, da der abenteuerlich pfeifende Schiedsrichter der Meinung war, dreimal Elfmeter für die Hausherren pfeifen zu müssen, was selbst dem Mertener Anhang äußert peinlich war. Nach diesen beiden Niederlagen kam der Fortuna-Express aber in Fahrt. Es folgten beginnend mit einem 10:1-Sieg gegen den SC Widdig neun Siege in Folge. Unter anderem fegte man den zwischenzeitlichen Drittplatzierten FC RW Lessenich 2 mit 6:0 vom eigenen Feld. Zur Winterpause stand man mit 30 Punkten und 52:16 Toren auf dem dritten Platz, dicht hinter dem SV Vorgebirge, jedoch mit größerem Abstand zum Spitzenreiter Merten 2.

Den Spitzenreiter empfing man dann zum ersten Heimspiel in der Rückrunde im Wasserland. In einem tollen Spiel von beiden Seiten samt einem hohen Zuschauerzuspruch konnte die Dritte mit 3:2 gewinnen. Man war an dem Spitzenreiter der Liga wieder dran und am SV Vorgebirge vorbeigezogen. Der SV Vorgebirge war dann der Gegner im nächsten Spiel und man durfte auf keinen Fall verlieren, wenn man die Vorgebirgler nicht wieder vorbeiziehen lassen wollte. Dass die Dritte nicht nur spielerisch sondern auch kämpferisch in dieser Saison zu überzeugen wusste, zeigte sie in diesem Spiel. In der Nachspielzeit gelang dem SV Vorgebirge die Führung. Anstatt die Köpfe hängen zu lassen, warf die Dritte noch einmal alles nach vorne, um tatsächlich mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich zu erzielen.

In den verbleibenden zehn Spielen sollte die Dritte neun Spiele gewinnen. An Merten, die sich überhaupt keine Blöße mehr gaben, kam man aber leider nicht mehr ran. Mit 64 Punkten und einem unfassbarem Torverhältnis von 115:26 sprang am Ende der zweite Platz heraus. Jedoch war bis 30 Minuten nach dem letzten Saisonspiel nicht klar, ob dieser Platz für den Aufstieg in die Kreisliga B reichen sollte. Man war von den Ergebnissen in den höheren Ligen abhängig. Nach einigen Telefonaten und einem Aufstiegs-Feuerwerk in Bornheim stand dann aber fest, dass Fortuna 3 in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga B spielen sollte, was in der Fortuna-Geschichte noch nie zuvor geschah. Die Aufstiegsfeierlichkeiten, die in einer überschwemmten Kabine und einem absoluten Ausnahmezustand im Dorf Münsterland enden sollten, waren eröffnet.

Die Dritte spielte eine überragende Saison. Vor allem von dem tollen Teamgeist und der mannschaftlichen Geschlossenheit schwärmen die damaligen Spieler heute noch. Aus dieser Mannschaft entwickelten sich zum Zwecke der fortlaufenden Treffen einige Folge-Gruppierungen. So entstand beispielsweise der auf den Fortuna-Gerümpel-Turnieren gefürchtete FC LICHTAUS 63 aus dieser Dritten Mannschaft. Der Name ist auf Mannschaftskamerad FISNIK zurückzuführen. „LICHT AUS“ schrie dieser nämlich immer, wenn er die Duschen betrat. Die anschließende Dunkelheit im Duschraum hatte dann zumeist mehrere Klatschgeräusche mit anschließenden Schreien und Handabdrücken auf nackten Körperteilen zur Folge. Heute treffen sich mehrere Spieler der damaligen Dritten noch immer in einem Stammtisch regelmäßig in der Markusschänke sowie auf anderen Kessenicher oder Dottendorfer Veranstaltungen.

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Leider gibt es tatsächlich so gut wie kein Fotomaterial aus dieser Zeit. Alle Befragungen bei den damaligen Protagonisten wurden mit Sätzen wie „Das war so ein geiles Jahr, da hatte ich keine Zeit um Fotos zu machen“ beantwortet. Schade…

Unter anderem gehörten folgende Spieler zur damaligen Dritten Mannschaft:
Nico Hoffmann, Marcel Bongongo, Harun Mirza, Steffen Gatzweiler, Lenz Keller, Fabian Bernards, Yassin Ajmedar, Nico Tschinkel, Stefan Laßlop, Mershad …, Deniz Börner, Marius „Der Wendler“ Bruckschen, Mario Rodriguez, Pitt Gessner, Fisnik B., Sven Hering, Björn Ingenfeld, Khalid …, Daniel Hafner (Trainer), Daniel Malzahn (Co-Trainer)

Fortunas Vierte Mannschaft ging mit ihrem Chefcoach und Imperator SIMON WIEBELHAUS in die dritte Kreisliga-Saison seit der Gründung. Zwar wurden die Altstars zunehmend älter, doch auf dem Platz machte ihnen keiner etwas vor. So stand man zur Winterpause auf dem vierten Platz der Kreisliga C mit 28 Punkten und 34:19 Toren. Zum Saisonende sprang dann ein fünfter Platz mit 46 Punkten und 65:47 Toren heraus.

Fortunas Damenmannschaft hatte in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Landesliga gefeiert. In dieser Spielzeit sollte es somit um einiges schwerer werden, was man leider auch deutlich zu spüren bekam. Bei 12 teilnehmenden Mannschaften in der Damen-Landesliga stand man zur Winterpause nur auf dem elften Platz mit 7 Punkten und 15:30 Toren. Diesen Platz konnte man in der Rückrunde leider nicht mehr verlassen. Am Ende reichten die 14 Punkte und 27:57 Toren nicht für den Klassenverbleib.